Die Strände Apuliens . Eine Tour im Land der Trulli und des kristallklaren Meeres, geführt von Einheimischen.
Strände Apuliens
Es gibt Orte auf der Welt, die einen tief berühren. Sie ziehen einen so in ihren Bann, dass man die Zeit vergisst. Ein bisschen wie Liebe auf den ersten Blick. Und auch so etwas kann man ganz in der Nähe erleben. Bleiben wir in Italien, genauer gesagt in Apulien, zwischen hoch aufragenden Kathedralen, alten Trulli und bezaubernden Masserien. Dazu gutes Essen, gastfreundliche Menschen und kristallklares Meer. Ein Ort, an dem ein einfacher Wochenendausflug unvergesslich werden kann. Besonders, wenn man die schönsten Strände entdeckt – unberührt, fernab vom Massentourismus und fernab vom Trubel. Die Reise entlang der apulischen Küste beginnt am Gargano, dem Kap mit den tausend Gesichtern, das sich über 200 Kilometer Küstenlinie erstreckt, von Lesina bis Manfredonia. Ein Bad im türkisfarbenen Wasser des Tremiti und im Meer des Itria-Tals führt weiter hinunter zum Absatz des italienischen Stiefels, nach Salento, wo Adria und Ionisches Meer aufeinandertreffen.
1) Bucht von San Felice – Gargano
Hier nennt man es „l’Architiello“, ganz wegen des dortigen Felsbogens aus Karstformationen, der durch die Einwirkung von Wasser und Wind den Bogen von San Felice geformt hat. „Ein Naturwunder“, erklärt der ortsansässige Fremdenführer Domenico Antonacci mit einem Lächeln. Dieses Foto gehört zu den meistfotografierten Motiven des Gargano, zusammen mit dem der Baia dei Faraglioni bei Mattinata. Der Strand von San Felice ist für alle zugänglich, gut ausgestattet und lohnt sich für eine Kanu- oder Tretbootfahrt, um seine einzigartige Schönheit zu entdecken und das Panorama von Vieste und der Küste zu bewundern. Wer einen Strand mit stärkerer Sonneneinstrahlung auf den Scirocco und die Levante sucht, findet in der Baia di Molinella ideale Bedingungen zum Kitesurfen und Windsurfen. Abseits des sommerlichen Trubels von Vieste und Mattinata gibt es auch einen versteckten Strand, der zwar weniger bekannt, aber dennoch einen Besuch wert ist. Wie Antonacci erklärt, ist er so lang, dass man oft Dutzende Meter lang ganz allein im Wasser stehen kann. Er heißt Capojale-Strand. Um ihn zu erreichen, muss man einen Pinienwald durchqueren. Besonders reizvoll ist seine Lage nahe dem Varano-See, wo ein Sandstreifen den See vom Meer trennt. Strände in Apulien.
2) Vignanotica – Gargano
Wir befinden uns an der Grenze zwischen Mattinata und Vieste. Um zum Strand zu gelangen, muss man einen angenehmen, zwei Kilometer langen Weg entlanggehen. „Der Weg ist für alle geeignet, auch für Kinder, aber bequeme Schuhe sind empfehlenswert“, rät der Reiseleiter Antonacci. Der Blick schweift mal direkt aufs Meer, mal über steile, terrassenförmige Hänge, die hauptsächlich mit Olivenbäumen bewachsen sind. Hier kann man die wilden Düfte des Nationalparks Gargano riechen, wie Rosmarin und Aleppo-Kiefer, die dem Wasser an diesem zauberhaften Ort eine außergewöhnliche Farbe verleihen. Die meisten kennen den Strand unter dem Namen Vignanotica, aber mit GPS findet man ihn auch unter den weniger gebräuchlichen Namen Baia dei Gabbiani oder Baia dei Mergoli. Charakteristisch sind die riesigen, weißen Felswände, die sich zum Meer hin erheben. In der Nähe gibt es eine kleine Schutzhütte, ein paar kleine Restaurants und eine Strandbar. Zu den Spezialitäten gehören die lokale Bruschetta mit Kirschtomaten und Oliven sowie der gegrillte Caciocavallo Podolico. Antonacci weist darauf hin, dass die Verordnungen der Gemeinde Vieste seit einigen Jahren das Verweilen unterhalb der Klippe aufgrund der Einsturzgefahr verbieten.

3) Cala Matano, San Domino – Tremiti-Inseln
Lucio Dalla hatte für seine Villa den schönsten Strand in San Domino ausgewählt. Und es ist in der Tat Cala Matano. Ein kleines, unberührtes Paradies in dieser natürlichen Bucht. Sie ist auch über einen Pfad erreichbar.
Die Tremiti-Inseln gehören zu den besten Orten für Unterwassersportler, denn sie bieten atemberaubende Unterwasserlandschaften. Von einer malerischen Bucht zur nächsten gelangt man per Boot oder Kanu. Hier findet man seltene Korallen – wie zum Beispiel schwarze Korallen – und Wracks. Die beste Reisezeit für die Tremiti-Inseln ist Mai, Juni und September.

4) Strand Cala Porto – Polignano a Mare
Wir befinden uns südlich von Bari, ganz in der Nähe der Trulli von Alberobello. Hier liegt Polignano, das kleine apulische Städtchen, das sich an einem Felsen über dem Meer erhebt. Es ist die Heimatstadt von Domenico Modugno und eines der meistbesuchten und -fotografierten Dörfer Apuliens. Sein einzigartiger Charme ist auch der Tatsache zu verdanken, dass sich hier jeder Winkel erhalten hat. Beim Spaziergang durch die engen, stets gepflegten und mit Blumen geschmückten Gassen eröffnen sich atemberaubende Ausblicke. Unweit der Altstadt befindet sich der Strand Cala Porto, eine kleine Bucht, die über die Brücke Lama Monachile, den alten Trajansweg, erreichbar ist. Im Sommer ist es hier sehr voll, daher bevorzugen die Einheimischen die Cala Paura, die ruhiger und romantischer ist. Nur etwa fünfzehn Autominuten entfernt liegt Monopoli, eine weitere kleine Perle der apulischen Küste. Hier lohnt sich ein Bad: Porto Ghiacciolo, am Fuße der alten Abtei Santo Stefano, ist ein wunderschöner Ort mit stets kühlem Wasser, der allerdings aufgrund des hohen Besucheraufkommens durch junge Leute nicht zu den erholsamsten zählt. Der private Strand Lido Bambù hingegen ist deutlich ruhiger und mit natürlichen Materialien ausgestattet. Weiter südlich, für alle, die etwas Neues und Trendiges suchen, liegt das Lullabay, inspiriert von großen Festivals wie Coachella. Wer keine Zeit zum Baden hat, kann hier natürlich auch einen Drink genießen und ein Erinnerungsfoto machen. Strände in Apulien.

5) Oase von Torre Guaceto – Carovigno
Wir befinden uns in der Gegend von Ostuni im Alto Salento, genauer gesagt im Meeresschutzgebiet Torre Guaceto. Es zählt zu den schönsten Orten in ganz Apulien, insbesondere aufgrund seiner Artenvielfalt und der atemberaubenden Landschaft. Im Oktober und November wird es sogar von Flamingogruppen besucht. Die Kulisse ist außergewöhnlich: Sie reicht von Sand über Felsen bis hin zu den Posidonia-Grasflächen, die sich entlang ausgedehnter Wiesen erstrecken. Das Reservat besteht aus Buchten mit feinem Sand und kristallklarem Wasser. Die Oase ist zu Fuß erreichbar, wenn man sein Auto etwa 200 Meter vom Strand entfernt parkt, um die Flora und Fauna des Reservats zu schützen. Ein weiterer wunderschöner Strand in der Nähe ist Costa Merlata, wo das Wasser über viele Meter flach bleibt. Auf der ionischen Seite, etwa eine Autostunde entfernt, liegt die Baia del Girasole bei Marina di Pulsano (Taranto) mit ihren flachen Höhlen, die es zu entdecken gilt. Und natürlich sollte man auch Ostuni besuchen. Wenn Sie genügend Zeit haben, sind die kleinen Orte Valle d'Itria – Cisternino, Locorotondo, Alberobello – und die Strände Apuliens sehr zu empfehlen.

6) Torre Sant'Andrea (Höhle der Liebenden und der Poesie)
Skyscanner zählt Torre Sant'Andrea zu den 15 schönsten Stränden Italiens. Die Landschaft hier ist wahrhaft einzigartig. Knapp 15 Kilometer von Otranto entfernt, ist Torre Sant'Andrea (Marina di Melendugno) einer der beliebtesten Orte für junge Leute, die den Salento im Sommer besuchen. Die Gegend besteht ausschließlich aus Felsen, doch die Felsformationen zu bewundern, ist ein unvergessliches Erlebnis unter freiem Himmel. Der nächstgelegene Strand, die Baia dei Turchi, ist ebenso atemberaubend. Südlich von Torre Sant'Andrea beginnt der Pinienwald, der bis zu den Alimini-Seen reicht. Ebenfalls einen Besuch wert sind Frassanito, Porto Badisco und einige Marinas in der Gegend von Tricase: Cala dell'Acquaviva Marittima oder die Grotta Verde von Andrano.

7) Strand von Pescoluse, Malediven von Salento
Es stimmt, der Strand von Pescoluse wird auch als die Malediven des Salento bezeichnet. Tatsächlich sieht er aus wie ein exotischer Strand: ein langer, feiner, weißer Sandstrand, kristallklares und flaches Wasser. Ein preisgekrönter Strand, der bei Touristen sehr beliebt ist. Doch bei Wind kann ein Tag am Strand schnell ungemütlich werden. Das Motto des Salento lautet: Sonne, Meer und „ieuntu“, also Wind. Die Grundregel der Salento-Bewohner ist, ihren Strand je nach Windrichtung zu wählen: Bei Tramontana (Nordwind) bevorzugen sie den Ionischen Wind, bei Scirocco (Südwind) zieht es sie eher an die Adriaküste.

8) Punta Prosciutto – Porto Cesareo
Ein traumhafter Küstenabschnitt an der Ionischen Küste von Salento, nördlich von Porto Cesareo. Dieser Strand zählt zu den beliebtesten Sandstränden der Region und besticht durch seine unberührte Natur mit Dünen und mediterraner Macchia. Ideal für Kinder, Familien, Paare und Sportbegeisterte, die gerne schnorcheln und windsurfen. Der Strand ist etwa zwei Kilometer lang (größtenteils frei zugänglich) und das Wasser einfach kristallklar. Ein wahres Meeresparadies in Salento.

9) Torre Lapillo – Porto Cesareo
Ganz in der Nähe von Punta Prosciutto liegt diese Bucht von einzigartiger Schönheit. Wenn Sie sich in der Gegend von Porto Cesareo aufhalten, sollten Sie unbedingt hier anhalten und im kristallklaren Wasser baden. Am besten baden Sie früh morgens, auch wenn die Bucht windgeschützt ist – ein Besuch lohnt sich also zu jeder Tageszeit. Nicht weit entfernt befindet sich die wunderschöne Bucht von Sant'Isidoro: Sie erstreckt sich fast einen Kilometer, hat weißen Sand und das Meer ist bis zu einigen Metern Tiefe mit bloßem Auge einsehbar. Auch diese Bucht ist gut geschützt und bietet flaches, ruhiges Wasser.

10) Porto Selvaggio
Manche bevorzugen diesen Strand gegenüber allen anderen in Salento. Sicherlich wegen des Charmes seiner Oase. Willkommen im Naturschutzgebiet Porto Selvaggio, das junge Leute und Familien gleichermaßen begeistert, die gerne wandern und unberührte Landschaften genießen. Die kalten Quellen, das grüne Meer, der Schatten des Pinienwaldes und der weitläufige Park machen ihn zu einem einzigartigen Ort. Auch Frascone gehört zum Naturpark Porto Selvaggio – eine kleine Bucht, die es aber verdient, zu den schönsten versteckten Stränden gezählt zu werden.



